The Oligopoly of Everything

If you take a look around and see the amount of choices you have in your everyday life, you might think they are limitless. There seems to be an endless supply of possibilities to choose from, whether it is ice cream, cars, movies or even schools and colleges. However, I do feel like this bouquet of choices is a misconception. If you take a deeper look at things, you won’t find an endless supply of choices, but rather an option from less than five.

Before I go deeper into things, I want to shed some light on the italian scientist, Vilfredo Pareto. He discovered and described an interesting distribution, which is now known as the pareto-distribution. While studying the real-estate ownership in Italy, he noticed that roughly 20% of the population own about 80% of the property. This distribution is found in other aspects of life, as well, for instance in health-insurance, where 20% of the people are causing 80% of the cost, wealth distribution, where 10% own more than 90% of the wealth, and the quality of work output among individuals, indicating that fewer people contribute considerable more than the rest. There is a law underlying human actions, rendering only a few responsible for the majority of something.

Within an economic context the above mentioned principle is referred to as an oligopoly. Contrary to the conception of having an unlimited reservoir of choices, I believe we only have an oligopoly of choices. Below is an uncomplete list illustrating the concept for a lot of subjects.

  • Crops (wheat, oats, maize, rice)
  • Farm Animals (cattle, pigs, chicken, sheep, goats)
  • Pets (dogs, cats, hamster, guinea pig)
  • Trees (pine, spruce, beech, oak)
  • Cell Phones (Apple, Samsung, Huawei)
  • Cruise Ships (Carnival, Royal Caribbean, Norwegian)
  • Lemonade (Coke, Pepsi)
  • Fast-Food (McDonald’s, Burger King)
  • Beer (ABInBeV, Carlsberg, Heineken)
  • and many more

A tendency of limiting the available choices to only a few exist. Maybe this has to do with the factor that humans can only process groups of objects of up to five easily. We are not designed to choose from endlessness, even if this is what we are being told everyday.

The False Link between House of Cards and Brexit Politics

UK is in the midst of politcal chaos. Brexit is giving us a never ending encore of the dark abyss of politics. Diluting democracy, arrogance and straight out unforseeableness seem unbearing to us. Wouldn’t it be nice if the world of politics would be more like House of Cards?

House of Cards is suggesting us that politics is indeed a black hole of human interaction, where no friendship or trust can exist. However it also shows us that some key players are able to play the instrument of politics like Mozart knew how to handle his piano. The show tries to tell us that almost all of future events can be foreseen or made happen if you are cunning enough. Everybody is just a pawn and as long as you know the rules of chess, you can become the king and this is where Brexit enters again.

Some newspaper seem to play into this scheme. It seems unbearable to people that this chaos is not intended. So we assume that Boris Johnson planned this right from the start. It was his cunning all along that made the forced pause of the parliament turn into some Tories voting against him, because this in turn would lead to new general elections, where he would obviously emerge as a winner and lead the UK finally to the prospering lands of Brexit. If you take a step back and look at this arguement, you can see the fragility of it. Nobody is able to foresee these events to such an extent, even if we so desperately want it.

This type of reasoning has a communal ground with conspiracy theories, as well. A lot of these theories claim that powerful men (apologies to women, but it is usually men) are living behind a curtain and control our every move and know just perfectly how to manipulate us in order to achieve their goals. It seems easier to a lot of people to accept such a vague arguement than to accept the hard truth, which is: Human interaction is chaos – it always has and always will be and in the midst of turmoil the fog of the future is even denser.

Or saying it with Wittgenstein:

It is a hypothesis that the sun will rise tomorrow: and this means we do not know whether it will rise.

Migrationshintergrund – Wer ist hier Migrant?

Auf einer italienischen Insel haben 1941 drei Gefangene die Idee von Europa erdacht und es im Manifest von Ventotene niedergeschrieben. Im Angesicht der Zerstörung und den Qualen, die die Völker Europas immer wieder über sich gebracht haben und die im zweiten Weltkrieg ihren Höhepunkt fanden, wollten sie ein gemeinsames Europa entwerfen, das für Gleichheit sowie Bruder- und Schwesternschaft steht.

Mit dem heutigen Wissen kann mit Fug und Recht konstatiert werden, dass diese Idee eine Erfolgsgeschichte ist. Über 70 Jahre Frieden und Wohlstand für Europa und dennoch gibt es einen Punkt, der mich stört. In Deutschland gibt es meiner Meinung nach einen Begriff, der die Kraft dieser Idee schmälert: Der des Migrationshintergrunds. Immernoch wird durch die Anwendung dieses Begriffs den Bürgern Europas ein Stigma angehaftet. Von den knapp über 81,7 Millionen Menschen in Deutschland haben 19,8 Millionen einen sogenannten Migrationshintergrund, also nicht ganz 25 Prozent. Von diesen 25 Prozent sind aber 36 % Menschen aus der EU!

Ein bürokratisches Stigma

Doch wie kann es sein, dass man den EU-Bürgern, dieses Stigma anhaftet? Denn der Begriff des Migrationshintergrunds ist schon lange durch die euphemistische Tretmühle und ist mittlerweile konnotiert wie der Gastarbeiter früher. Dabei ging es doch in Europa darum, dass wir uns einen und nicht fadenscheinige Unterschiede suchen, die eigentlich eher zu vernachlässigen sind. Wenn man ehrlich ist, ist es doch so, der kulturelle Unterschied innerhalb eines Landes ist oftmals größer als zwischen den Ländern. Das Leben in Flensburg ist um einiges anders als das Leben in Garmischpartenkirchen. Das ist auch klar, aber dennoch hätte ein Flensburger keinen Migrationshintergrund, wenn er nach Südbayern zieht. Der Österreicher, der nach Bayern zieht aber schon. Nicht zu vergessen, dass es de jure schon vorgesehen ist, dass alle Europäer einen europäischen Pass haben und somit Unionsbürger sind und dadurch auch gleichwertig sein müssen. Ganz zu schweigen von der allen Unionsbürgern zustehenden Diskriminierungsfreiheit. Wie kann es also sein, dass ein Franzose, der in Deutschland arbeitet, einen Migrationshintergrund hat, der Schwabe, der in Mecklenburg-Vorpommern lebt, aber nicht?

Lasst uns die Idee Europas ernstnehmen und nicht immer nach großen Unterschieden suchen, wo höchstens Kleine sind. Oder wie die drei Gefangenen es in Ihrem Originaltitel festgehalten haben: Per un’Europa libera e unita. Progetto d’un manifesto. Auf deutsch: Für ein freies und vereintes Europa. Projekt eines Manifests.

Beschleunigung – ein verworrener Begriff

Endlich ist die Zeit zwischen den Jahren da. Der Puls der Zeit verlangsamt sich und Ruhe und Muße halten Einzug in unsere Häuser. Dieser Leerlauf erlaubt es uns, einen Schritt zurück zu treten und von oben auf unser Leben zu blicken. So gab es eine interessante Gesprächsgruppe im DLF, die sich über die Beschleunigung des Lebens unterhalten hat. Oftmals fiel dasselbige Wort. Die Welt wird immer schneller, so die landläufige Meinung. Doch ist dem tatsächlich so? Ich habe eher das Gefühl, dass dies in der Art und Weise unserer Wahrnehmung der Welt begründet liegt.

Geschwindigkeit – ein relativer Begriff

Ja, es stimmt. Vieles geht heute schneller als gestern noch und nach der Logik der Physik entspricht dies einer Beschleunigung. Gleichzeitig lehrt uns die Physik auch, dass Geschwindigkeiten nur relativ zueinander verstanden werden können. Mir kommt es vor, als wenn das Lamento der permanenten Beschleunigung oft von älteren Menschen, bzw. Erwachsenen geäußert wird. Für sie ändert sich die Welt, da sie eine alte Vorstellung vom Gang der Dinge haben. Nur durch den relativen Bezug, kann es das Gefühl einer Änderung geben. Doch die anderen Menschentypen gehen bei diesen Beschwerden oft unter: Kinder, Teenager und junge Erwachsene. Sie sehen die Welt so, wie sie ist. Für sie gibt es das Prinzip der Beschleunigung nicht. Denn, alles was sich für die Erwachsenen geändert hat, war für sie schon immer so. Es liegt also mehr an der jeweiligen Vorstellung über die Welt, dass sie als beschleunigt wahrgenommen wird. Sie verändert sich einfach, wie sie es schon immer tat. Letzten Endes hat die Erde auch eine permanente (Erd)beschleunigung, doch nur selten werden Beschwerden laut, dass man Kraft aufbringen muss, um aufrecht zu stehen.

Der Geist auf der Oberfläche

Es ist schon bald müßig, darüber zu reden, dass das Smartphone die Welt verändert hat und es auch weiterhin macht. Wie bei jeder technologischen Umwälzungen gibt es auch hier Unkenrufe, die all das Schlechte im Neuen hervorheben. Doch die Welt war schon immer im Wandel begriffen und wird es auch bleiben. Wenn genügend Zeit vergangen ist, kann man diese Beschwerden mit einem Schmunzeln quittieren.

Im Falle des Smartphones ist es jedoch anders, da die Folgen der Veränderung viel tiefgreifender sind.

Vor knapp über 10 Jahren gab es keine Möglichkeit, jeglichen Anflug von Langeweile durch einen schnellen Griff in die Hosentasche abzuwenden. Jetzt heißt es: Warten auf den Bus? Handy raus. Warten an der Supermarktkasse? Handy raus. Warten an der Ampel? Handy raus. Diese Art der permanenten Zerstreuung stört nicht nur unsere Konzentrationsfähigkeit und lässt uns zu Push-Notifikation-Junkies werden, sie führt auch dazu,  dass sich der menschliche Geist vom Körper entkoppelt.

Die permanente Zerstreuung erschwert es ungemein, innezuhalten und dem Kopf Freiraum zu geben. Nur in diesen entspannten Zuständen entsteht aber die Möglichkeit, über sich selbst nachzudenken, sich selbst wahrzunehmen und neu zu strukturieren. Die Erfassung der Welt und Umwelt geschieht in diesem Fall egozentrisch. Wir betrachten unsere Umgebung und haben somit die Verständnishoheit über sie.

Die Wahrnehmungsänderung

Durch das Smartphone wird dieser Weg der Perzeption umgedreht. Nicht mehr wir erkennen die Welt und erklären Sie uns, sondern wir schauen nur noch auf eine leicht spiegelnde Oberfläche und nehmen vorverarbeitete Konzepte auf. Jemand anders hat sich bereits Gedanken gemacht, wie wir eine Information wahrnehmen und verarbeiten sollen und präsentiert sie uns dementsprechend. Hier kann natürlich eingeworfen werden, dass dies bei Zeitungen und dem Fernseher unwesentlich anders ist, aber die permanente Verfügbarkeit des Smartphone ändert alles. Zum einen ist Lesen ein deutlich aufwendiger Akt als Fernsehen oder auf ein Smartphone zu gucken (Dies ist einer der Gründe, weshalb diese Aktivität einer der besten Möglichkeiten ist, um FLOW zu erfahren), zum anderen ist der Fernseher an einen festen Ort gebunden, das Smartphone hingegen nicht.

Mir kommt es so vor, als befände sich unser Geist nicht mehr in unserem Kopf sondern in unserer Hand. Durch diese passive Haltung wirkt die Welt wie ein Buffet, von dem man sich einfach bedienen kann, anstelle eines Kochfelds, auf dem man nahezu unbegrenzte Möglichkeiten der Kreativität hat.

Die kreative Schöpfungsader des Menschen ist jetzt noch viel stärker unter Beschuss als sie vielleicht ohnehin schon immer war. Um sich der Analogie des Homo Oeconomicus zu bedienen: Die Menchen müssen vom homo consumendo wieder zu einem homo creando werden, auch wenn dies viel anstrengender ist.

Denn nur wer die Hoheit über seinen Geist hat, hat auch die Hoheit über die Wahrnehmung seiner äußeren Zustände.

Mehr Sommer für alle!

Die warme Jahreszeit steht vor der Tür und wiedermal hofft man, dass dieses Jahr der Sommer besser wird als letztes Jahr. Vor allem in Hamburg hört man gerne Sprüche wie:
„Ich hoffe, dieses Jahr fällt der Sommer auf ein Wochenende“

oder solche Bilder wie in diesem Tweet festgehalten:

Solche Sprüche sind deshalb so beliebt, weil sie gut in ein Narrativ passen. Die Sommer in Deutschland sind schlecht und man muss in den Süden fliehen, um Sommer und Sonne abzubekommen. Gleichzeitig sind die Wörter Klimawandel und globale Erwärmung in aller Munde. Wie steht es also um den Sommer in Deutschland?
Ein Blick auf die vom Deutschen Wetterdienst bereitgestellten Daten helfen hier bei der Aufklärung. In diesem Blogpost werde ich folgende Punkte untersuchen:

  • Wie hat sich die Anzahl der Sommertage seit 1961 verändert?
  • Wie verhält sich die Niederschlagsmenge in den untersuchten Zeiträumen?

Als Daten werden die vieljährigen Mittel vom CDC_Center genommen. Um die geringste Überschneidung zu haben werden die Daten von 1961-1990 und 1981-2010 genommen.

Wie haben sich die Sommertage in den letzten 50 Jahren verändert?

(Datenanalyse github, Jupyter notebook auf drive und als html)

Das Kriterium für einen Sommertag ist die Tageshöchsttemperatur von mindestens 25° C. Der Deutsche Wetterdienst bietet vorbereitete Datensätze für die Anzahl der Sommertage in den Zeiträumen 1961-1990 und 1981-2010 an. Um einen Vergleich zu ermöglichen, habe ich die Jahresanzahl der Sommertage im Zeitraum 1961-1990 von der Jahresanzahl an Sommertage im Zeitraum 1981-2010 abgezogen.
Et voilà, die Anzahl der Sommertage für Gesamtdeutschland ist im Mittel um 7 Tage gestiegen. Das bedeutet, dass wir im Schnitt eine ganze Woche mehr Sommer haben als noch vor 50 Jahren, wobei besonders interessant ist, dass es keine Abnahme der Sommertage gab!

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Nun ist Deutschland fast 1000 km in seiner Nord-Süd-Ausdehnung und die Vermutung liegt nahe, dass die Zunahme an Sommertagen nicht gleich verteilt ist. Wenn man sich die Zunahme der Sommertage gegenüber der geographischen Breite anschaut, sieht man einen leichten Trend: Der Süden hat tendenziell mehr Sommertage dazubekommen als der Norden. Somit haben die Hamburger vielleicht doch ein bisschen Recht.

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Und was ist mit Tee? …ehh Regen?!

Aber wie sieht es mit dem Regen aus? Wenn es wärmer wird, verdunstet auch mehr, wodurch sich der Niederschlag erhöhen müsste.
Wenn man sich das nachfolgende Diagramm ansieht, dann scheint sich diese simple Hypothese zu bestätigen. Man sieht, dass der Mittelwerte bei ungefähr 30mm Niederschlagszunahme im Jahr liegt. Das bedeutet, dass es im Mittel im Zeitraum von 1981-2010 30mm pro Jahr mehr geregnet hat als im Zeitraum 1961-1990.

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Interessant sind die Extremwerte dieser Verteilung. Es gibt Regionen, wo es eine Abnahme von 250 mm Niederschlag pro Jahr gab und Regionen, wo es dieselbe Menge mehr an Niederschlag vorhanden war. Jedoch scheint es hier keinen Zusammenhang zwischen geographischer Breite und Niederschlagsmenge zu geben. Zumindest hier scheint es eine gewisse Gleichverteilung zu geben.

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Der Sommer wird kommen

Wir haben Mai und die ersten warmen Tage liegen bereits hinter uns und wie die Daten zeigen, werden vermutlich noch einige mehr auf uns zukommen. Wenn man also wieder mal auf Arbeit ist und die Sonne draußen scheint, keine Sorge, wir haben eine höhere Chance, schöne Sommertage zu genießen, auch wenn es vielleicht zwischendrin mal regnet.

Das Problem mit den Haushaltshelfern

Seit einiger Zeit besitzen wir eine Spülmaschine. Bis zu dem Zeitpunkt hatten meine Frau und ich die Abmachung, dass die bekochte Person als Austausch den Abwasch machen muss, was zumeist ich war. Ich emfpand das persönlich jedoch nie schlimm, auch wenn das Abwaschen gerne als lästige Tätigkeit angesehen wird. Jetzt, wo wir vermehrt die Spülmaschine nutzen, wird mir klar, dass solche simplen Tätigkeiten kleine Oasen im Alltag sind. Denn sie erlauben es, sich mit sich selbst zu beschäftigen.

In unserer durch mediale Stimuli geprägten Welt, gibt es kaum noch Momente, die der Geist zum Leerlauf nutzen kann, doch sind diese Phasen für den Kopf essentiell, um sich neu zu struktieren und neue Verbindungen im Kopf einzugehen. Das ist auch einer der Gründe, weshalb einem Ideen meistens dann einfallen, wenn man spazieren geht, duscht oder kurz vorm Einschlafen ist. Diese Momente bieten dem Gehirn die notwendige Ruhe. Doch werden diese Leerlaufphasen nicht nur durch Smartphones, Fernseher und co. weniger, sondern auch durch unsere Haushaltshelfer.

Die Helferli

Ganz klar, sie sind praktisch. Rasenmäherroboter, Staubsaugroboter, Spülmaschinen, Waschmaschinen und Fertiggerichte nehmen uns eine Menge Arbeit ab und ich bin auch kein Verfechter davon, alles immer per Hand machen zu müssen. Doch schenken diese Helfer uns Zeit, die wir nun anders füllen müssen und das kann sich als schwierig gestalten. Denn die Verführung, mit der gewonnenen Zeit einfach mehr zu surfen oder mehr fernzusehen ist groß. Diese Option ist immer die Einfachere, da wir sofort befriedigt werden. Es muss nun aktiv eine Umgebung geschaffen werden, um sich zu entspannen und damit meine ich, in sich ruhend. Wann ist das letzte Mal gewesen, dass Ihr einfach auf der Couch lagt und nachgedacht habt? Wenn es euch so ergeht wie mir, dann ist es vermutlich schon ziemlich lange her. Wir können schon fast gar nicht mehr ohne Erregung leben, da wir unsere Aufmerksamkeit gehackt haben.

Deswegen plädiere ich nicht für eine Medienkompetenz, sondern für eine Haushaltshilfenkompetenz. Natürlich, auf den ersten Blick sind es Helfer und gut gemeinte Idee, doch das Gegenteil von gut ist bekanntermaßen gut gemeint. Ich persönlich finde es mittlerweile ganz schön, wenn wir etwas aufwendiger kochen. Ich kann schnibbeln und entspannt dem Radio zuhören (Ich habe auch das Gefühl, dass das Radio die Aufmerksamkeit nicht so stark bindet wie der Fernseher oder das Smartphone. Mir scheint, als würden die visuellen Informationen mit mehr Aufwand prozessiert werden als die Auditiven). Dann habe ich danach Zeit, ganz entspannt abzuwaschen und meinen Gedanken nachzugehen und mit Ideen und Eingebungen wieder zurückzukommen, wie diesem Blogeintrag.

Lebenslanges Lernen und Udacity

Früher gab es mehr Arbeitsfelder, die noch nicht durch neue Technologien umgewälzt wurden und sich dadurch über die Jahre kaum geändert haben. Dies hat sich mittlerweile komplett gewandelt und es ist gefühlt schon fast ins Gegenteil gekippt. Es gibt Arbeitsfelder, die sich so schnell erneuern, dass sie binnen kurzer Zeit entstehen, um alsbald darauf wieder obsolet zu werden. Um bei diesem rapiden Wandel mitzuhalten, hat sich das Konzept des lebenslanges Lernen etabliert, bzw. wird es propagiert. Es ist ein Begriff, um allen Menschen klar werden zu lassen, dass es nicht mehr genügt, einfach brav seine Arbeit zu erledigen und kann durchaus als Imperativ ausgelegt werden. Frei nach dem Motto: Wenn du dich nicht anstrengst, hast du die daraus resultierende Last selber zu tragen!

Dadurch wird Druck von „oben“ ausgeübt, der jegliche selbständige Lernfreude zerstört und die geschürte Angst erstickt jeden Lernwillen im Keim. Dies ist meiner Meinung nach eine vertane Chance, da Menschen, egal in welchem Alter, gerne etwas neues lernen.

Günstige Voraussetzungen fürs Lernen

Um wirklichen Lernerfolg zu ermöglichen, müssen unter anderem folgende Bedingungen erfüllt sein:

  1. Die Person sollte intrinsisch am Thema interessiert sein.
  2. Die Person sollte sich den Inhalt autodidaktisch erarbeiten.
  3. Das Lernmaterial sollte niederschwellig zur Verfügung stehen.

Nichts scheint den Lernerfolg mehr zu behindern, als das Gefühl etwas aus Druck und Angst durchführen zu müssen. Diese Gefühle sind aus evolutionsbiologischer Sicht essenziell, sicherten sie doch unser Überleben. Jedoch lassen sie unser Gehirn in einem primitiven, bzw. abgesicherten Modus laufen, um sich einer zeitgemäßeren Analogie zu bedienen. In so einem Zustand ist das Arbeiten deutlich erschwert, bzw. nicht möglich. Nur wenn das Gehirn Interesse an etwas empfindet, ist es gewillt, sich damit zu beschäftigen und das manchmal so intensiv, dass man die Zeit dabei vergisst.

Das Gehirn eignet sich neue Fähigkeiten an, indem es das zu Erlernende durch synaptische Verknüpfungen im Gehirn abbildet. Dies geschieht am besten, wenn dieser Prozess mehrmals durchgeführt wird, sodass sich die neue Information ins Gehirn gräbt und kortikale Karten entstehen. Aufgrund dieser Tatsache hat das autodidaktische Lernen einen meiner Meinung nach immensen Vorteil. Um sich etwas selber beizubringen, ist die Person gezwungen, sich auf unterschiedlichen Wegen dem Problem zu nähern. Dies führt wiederum dazu, dass diverse Bereiche des Gehirns aktiviert werden. Dieses verteilte Denken bedingt, dass Areale des Gehirns miteinander kommunizieren, die ansonsten nicht miteinander in Verbindung treten würden, was eine der Voraussetzungen für Kreativität ist.
Um es in den Worten von Isaav Asimov zu sagen:

Ich bin felsenfest davon überzeugt, dass autodidaktisch erworbenes Wissen, die einzige Art von Bildung ist, die es gibt.

Wenn die Person Interesse an einem Thema hat und sich damit beschäftigen möchte, steht sie vor dem Problem der Inhaltsbeschaffung und hier kommt die Technologie ins Spiel.

Niederschwelligkeit als Empowerment

Mit jeder neuen Technologie gab es auch immer wieder die Idee, diese zu nutzen, um das Lernen zu vereinfachen und die Menschen damit zu „empowern“, wie z.B. mit den Telekollegs. Durch das Internet ist diese Möglichkeit nun potenziert und gleichzeitig deutlich niederschwelliger, da nahezu jeder Mensch einen Internetzugang hat und zu fast jedem Thema in kürzester Zeit viel in Erfahrung bringen kann.

Der Ansatz, all diese Vorteile auf einer Plattform zu vereinen, scheint nur logisch, weshalb sich Anbieter wie Udacity gegründet haben.

Udacitys Konzept und (Lern)erfolg

Meiner Meinung nach verbinden Anbieter wie Udacity die oben genannten Punkte, weshalb der Lernerfolg sehr groß ist. Durch die hohe Qualität des Infomaterials wird einem schnell ein Einstieg ermöglicht. Udacity setzt auf kurze YouTube Videos, die es einem erlauben, ein Thema mehrmals anzuhören. In diesen kleinen Blöcken wird einem das Wissen vermittelt, dass dann in Übungen sofort vertieft wird. Dies hat einen immensen Vorteil gegenüber der klassischen Unterrichtsweise an Unis, wo ein 90-minütiger Vortrag gehalten wird, dem nach einer halben Stunde schon nicht mehr gefolgt werden kann. Darüber hinaus erhält jeder Kursteilnehmer einen eigenen Mentor, der einem bei Problemen hilft.

Durch Plattformen wie Udacity ist es möglich, sich mit einen Interessengebiet zu beschäftigen, sich diesem autodidaktisch nähern und dies auch noch mit sehr wenigen Materialien bewerkstelligen kann. Es ist nicht verwunderlich, dass diese Konzepte so erfolgreich sind.

Solche Plattformen vereinfachen es, sich ein Leben lang zu bilden, denn wie Asimov es schon sagte:

People think of education as something you can finish.

Das hat aber noch nie gestimmt.

Die Ecke des Herrn K.

Herr K. ist ein Mann mittlerer Statur, dessen Erscheinungsbild keinerlei Besonderheiten aufweist, würde er nicht mit stets aufgerichtetem Rücken durch die Straßen laufen. Diese Eigenart von K. ist jedoch die einzige nennenswerte Abweichung vom Durchschnitt.

Nach jedem Arbeitstag fährt Herr K. mit seinem Opel Astra nach Hause zu seiner Familie, mit der er in einer Doppelhaushälfte wohnt, die er über 20 Jahre abbezahlt. Dort wartet bereits der von Serotonin getränkte Hund auf ihn, dessen gesamtes Tagesziel daraufhin abzielt, der gesamten Nachbarschaft mitzuteilen, dass soeben sein Herrchen K. in die Garage gefahren ist und nun seine Füße aus dem Auto setzt. Danach trottet er Richtung Hauseingang und lässt das elektrische Garagentor sich schließen. Im Haus warten bereits sein 7-jähriger Sohn und seine 5-jährige Tochter auf ihn. Seine Frau steht dann zumeist in der Küche und er hört, wie ihre Stimme ruft: “Hallo. Wie war dein Arbeitstag, Schatz?” Die restliche Zeit des Abends verbringt Herr K. damit, Abendbrot zu essen, seinen Kindern zuzuhören sowie ein, zwei Worte mit seiner Frau zu plaudern und nachdem Sie die Kinder ins Bett gebracht haben, gemeinsam vorm Fernseher einzuschlafen, noch ehe das heute-journal zu Ende ist.

In diese Reihenfolge spielt sich jeder Abend ab.

Am morgen wacht er um 6.45 auf, geht duschen, rasiert sich, kocht Kaffee für sich und seine Frau, weckt die Kinder und fährt um 7.50 zur Arbeit. Auf dem Weg zur Arbeit kommt Herr K. an einem Haus vorbei, das Ihn jeden Tag aufs Neue fasziniert. Dabei ist es nicht explizit das Haus, was ihm eine Freude bereitet, sondern es die Ecke an dem Haus. Die Ecke zwischen Eilenburger Allee und Kurt-Wagner-Straße, die ihn jeden Tag aufs neue verzückt. K. versucht, jeden Morgen an der Ampel vor dieser Ecke zu stehen, um dieses Gefühl und die Atmosphäre, die diese Ecke für Herrn K. vermittelt, für eine weitere Minute aufzusaugen. Abgesehen von den Veränderungen der Namensschilder an den Klingeln, hat diese Ecke über die Jahre keinerlei Veränderung erfahren.

Sie hat weder Risse noch abgeplatzte Wandstücke. Keine Jugendlichen haben in Übermut ihre Namen auf die Fassade gesprüht und sogar das Schwalbennest, das links über dem Eingang hängt, wird seit neun Jahren genutzt. Es scheint so, als würde über diese Ecke eine Zeitglocke hängen, die alle Veränderung unterdrückt oder so unendlich langsam ablaufen lässt, das ein Mensch es nicht mitbekommt. Für Herrn K. strahlt diese Ecke eine innere Ruhe aus, die vor allem dann zum Tragen kommt, wenn die rötlich warme Frühjahrssonne ihr Licht auf diese Ecke wirft und sie dadurch eine goldene Aura der Gelassenheit bekommt. Durch das Zusammenspiel mit dem Licht und den Schwalben wirkt es so, als würde die Ecke allen vorbeikommenden Fußgängern und Autofahrern zurufen:

“Schaut her, Passanten. Was hetzt ihr euch so des Weges? Seit nunmehr 33 Jahren stehe ich hier und mache nichts und dennoch habe ich nichts von meiner Schönheit eingebüßt. Der Mensch hat mich an diesen Ort errichtet und die Natur mit dem künstlerischen Farbanstrich das Ihre dazu beigetragen. Ihr geht jedoch vorbei, ohne mich eines Blickes zu würdigen”

Diese Konstankte auf Herrn K.s Arbeitsweg ist tief im Wesen von Herrn K. verwurzelt. Jedes Mal, wenn er in die Eilenburger einbiegt, erhöht sich sein Herzschlag merklich und er fiebert der roten Ampel entgegen, wie ein 5-jähriges Kind seinem kurz bevorstehenden Geburtstag.

Die letzten drei Wochen musste Herr K. einen Umweg zur Arbeit nehmen. Als er an der Ecke stand, sah er, wie drei Handwerker auf einem Podest anfingen, ihre Pinsel mit Farbe zu benetzen. Auf dem Podest hing ein Schild:

Kliemann GmbH – Ihr Spezialist für Fassadenrestaurationen

Weshalb das Internet Vorurteile verstärkt und nicht entkräftet

Wie jede neue Technologie hat auch das Internet einige Jahre, bzw. Jahrzehnte benötigt, um sich in unseren Leben einen festen Platz zu ergattern. Das Internet ermöglicht aufgrund seiner inhärenten Struktur die Umwälzung vieler Lebensbereiche und wird rückblickend als einer der vielen Technologiesprünge betrachtet werden – ähnlich wie die Eisenbahn, Elektrizität oder das Auto. Analog zu anderen Technologiesprüngen war die Etablierung des Internets von etlichen Heilsbotschaften begleitet. Die Heilsverheißungen des Internets besagten (unter anderem), dass nun bald jeder Mensch Zugang zum gesammelten Wissen der Menschheit haben wird, wodurch, so die hehre Idee, sie sich zum Besseren ändern wird. Eine nachvollziehbare Denkweise, liegt ihr doch eine wichtige Grundannahme des Menschen über den Menschen zugrunde.

Der Mensch ist logisch – logisch, oder?

Es scheint ein nicht angreifbares Axiom zu sein, dass der Mensch ein rational agierendes Wesen ist, das durch gedankenvolle Abwägung mehrere Argumentationspunkte ein Urteil fällt und dessen Allgemeingültigkeit für alle Zeit gelten wird. Diese Grundannahme wurde nicht nur durch die Arbeiten von Kahnemann und Tversky widerlegt, die dafür sogar mit dem Wirtschaftsnobelpreis ausgezeichnet wurden. Es reicht bereits, ein scharfes Auge für seine Umgebung zu haben und es wird offensichtlich, dass Menschen in der Lage sind, rational zu handeln, es aber vorziehen, im Affekt zu reagieren.

Gemäß dieser vorherrschenden Logik war es unausweichlich, dass wir auf ein Jahrtausend der Glückseligkeit zusteuerten. Nun ist das neue Jahrtausend schon bald zwanzig Jahre alt und wir sind immernoch dieselben Menschen mit all unseren Fehlern und Eigenheiten geblieben. Das Internet hat uns nicht zu besseren Menschen werden lassen, aber der Mensch hat das Internet gemäß seiner Wesenszüge geformt. Es gibt Orte im Internet, an denen der Mensch rational diskutiert, jedoch ist ein nicht minder großer Anteil ein Raum für die weniger erstrebenswerten Neigungen geworden.

Die These des streng logischen Menschen gehört schon längst auf den Scheiterhaufen der wissenschaftlichen Annahmen. Die Idee, dass durch leichteren Zugang zu Informationen die Menschheit edler wird, hätte bereits im Vorfeld revidiert werden müssen. Schließlich gab es in den 90ern bereits flächendeckend Bibliotheken, Zeitungen, Radios sowie Fernseher und die Gesellschaft war mehr als bestens informiert. Dennoch war die Menschheit weit entfernt von einem ideellen Menschen, wie er von diversen Philosophen, Theologen oder Wissenschaftlern gewünscht wird.

Höhere Reichweite bedingt einfachere Inhalte

Die immer größere Reichweite der Medien hat aber einen immensen Einfluss auf die inhaltliche Gestaltung derselben. Immer, wenn ein neues Massenmedium entstanden ist, bewirkte dies zweierlei. Zum einen konnten nun größere Landstriche deutlich kostengünstiger mit Informationen versorgt werden. Andererseits stellte die Ausbreitung nun andere Anforderungen an den Inhalt dar. Auf dem ersten Blick erscheint es offensichtlich, dass eine Ausbreitung der Information erstrebenswert ist (s. oben). Um jedoch von dem Verkauf zu leben, müssen nun deutlich mehr Inhalte monetär umgesetzt werden, da die Produktionskosten für alle gleichzeitig fallen. Das bedeutet also, dass man die Inhalte so gestalten muss, dass sie vielen gefallen. War es vorher ökonomisch sinnvoll oder zumindest erwägbar, spezielle Inhalte zu erstellen, müssen Massenmedien den Geschmack der Masse treffen. Das kann man oftmals am besten erreichen, wenn man den Menschen bereits Bekanntes gibt. Denn für das menschliche Gehirn ist das Verdauen von bereits Bekanntem einfacher, als etwas Neues zu lernen. Denn etwas Neues lernen ist mit Anstrengungen verbunden und das versucht die Natur zu unterbinden.

Es könnte also sein, dass die immer größer werdende Reichweite genau den gegenteiligen Effekt hat, als man annimmt. Die Welt wird zwar theoretisch vielfältiger, aber inhaltlich neigt man dazu, auf bekannten Wegen zu wandern.

Stereotypzementierung durch das Internet

Das Internet hat eine Zäsur in der Informationshoheit bewirkt. War früher die Deutungshoheit bei den Redakteuren und Redakteurinnen hat nun jede und jeder die Möglichkeit, seiner Kreativität und Meinung im Internet freien Lauf zu lassen. Da dies nun aber jeder machen kann, bedeutet es auch, dass man oftmals lauter schreien muss, um gehört zu werden. Vermutlich einer der Gründe, weshalb die Feststelltaste so beliebt ist.

Meine Theorie ist, dass das Internet und vor allem Seiten wie reddit, 9gag oder andere Aggregatoren eher dazu beitragen, Vorurteile zu verfestigen als sie aufzubrechen. 

Die Idee hinter diesen Seiten fußt in der Schwarmintelligenz. Was viele Personen gut finden, sollte auch eine Bühne haben, um Gehör zu finden. Dieser meritokratische und basisdemokratische Ansatz funktioniert gut auf Papier, jedoch führt er dazu, dass die referenzierten Inhalte, eine Schwelle des Bekanntheitsgrades überschreiten müssen – et voilà: Man greife zu Stereotypen. Dies hat zur Folge, dass diese immer wieder auftauchen, wodurch ein Stereotyp zementierender Zyklus entsteht.

Das Internet ist teilweise genau das Gegenteil geworden, für das es augenscheinlich am besten geeignet ist. Es hat die Meinungen der Menschen und die Menschen selbst nicht grundlegend geändert, sondern neigt dazu, dieser immer weiter in Ihren derzeitigen Annahmen zu bestärken. Erst wenn man sich dieses Mechanismus bewusst ist, kann man neue Wege gehen und die Vielfalt nutzen.